Textiles haben seit jeher eine besondere Rolle als Alltagsobjekte gespielt und tragen gleichzeitig Geschichten von Arbeit, Migration, Geschlecht und Erinnerung. In dieser Ausstellung untersuchen Graziela Guardino, Katrina Majkut, Sienna Martz, Filippo Moroni, Karyl Sisson und Ghizlane Sahli Textilien als lebendige Sprache - eine, die Zeit, Gesten und soziale Bedeutungen aufnimmt.
Die Künstler:innen behandeln Stoff dabei nicht als passive Oberfläche, sondern aktivieren ihn als Struktur, Haut und Narrative. Die Fäden werden gestreckt, geschichtet, aufgelöst oder neu zusammengesetzt, wobei die Prozesse ebenso relevant sind wie die endgültigen Formen. Die Werke bewegen sich zwischen Weichheit und Widerstand, Intimität und Spannung, Tradition und Bruch. Sie stellen Fragen dazu, wie Material Berührung erinnert, wie Handwerk politische Bedeutung tragen kann und wie Wiederholung eine Form der Meditation oder des Protests wird.